Zukunftsmusik

Während die zur Zeit verfolgte Transmutationstechnologie auf Kernreaktoren beruht, sind rein von der Kernphysik her auch andere Ansätze denkbar. Sie sind auf dem heutigen Stand der Technik aber noch nicht geeignet, um großtechnisch Atommüll zu transmutieren.

Vielleicht lassen sich in Zukunft große Teilchenbeschleuniger bauen, die mit präzise einstellbarer Energie genau die gewünschten Kernreaktionen auslösen, die man braucht, um langlebige Radionuklide zu spalten? Noch vor hundert Jahren konnte man sich so etwas wie einen Laser nicht vorstellen. Heute gibt es nicht nur Laser mit normalem Licht, sondern sogar Röntgenlaser. Diese Energien lassen sich im Prinzip weiter erhöhen, so dass man eventuell eines Tages Gamma-Laser betreiben könnte, die ganz gezielt bestimmte Kernreaktionen auslösen können. Mit diesen oder anderen exotischen Teilchenstrahlen ließe sich vielleicht so etwas wie selektive Transmutation betreiben.

Die Kern- und Teilchenphysik hat jedenfalls in den letzten Jahren viele interessante Fortschritte gemacht, auch wenn eine wirklich effektive Transmutation von Atommüll zur Zeit noch ein Wunschtraum ist. Aber vielleicht wird die Entwicklung schon in wenigen Jahrzehnten so weit vorangeschritten sein, dass man Atommüll in ein kurzlebiges, kontrollierbares Übel verwandeln kann. Man soll den menschlichen Erfindungsgeist nicht unterschätzen. Wer weiß: Vielleicht werden kommende Generationen den Kopf darüber schütteln, wie wenig wir ihnen zugetraut haben? So wie wir die hygienischen Zustände des Mittelalters verspotten, werden unsere Nachkommen wohl über unsere rückständige Technik und unsere primitiven Moralvorstellungen ihre Witze machen.

Bookmark the permalink.

Comments are closed.