Tiefenbohrung

Heutige Lagerpläne für Atommüll sehen vor, den Atommüll in einigen Hundert Metern Tiefe in festem Gestein zu lagern. Wenn die Bergbautechnik sich noch weiter entwickelt und neue Materialien verfügbar werden, könnte die Menschheit in Zukunft vielleicht deutlich tiefer graben und in Bereiche vorstoßen, die noch sicherer von der Biosphäre abgeschlossen sind. Der flüssige Erdmantel beginnt je nach lokaler Geologie zwischen 7 und 70 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche.

Sollte es möglich werden, Behälter aus hochfestem Material sogar bis in den flüssigen Erdmantel zu verbringen, dann wären diese wahrscheinlich dauerhaft entsorgt. Bis dieses möglich würde, wären zahlreiche technische, Sicherheits- und finanzielle Fragen zu klären. So müsste nicht nur ausgeschlossen werden, dass Magmaströmungen das Material in geologisch aktive Zonen transportiert. Nach heutigem Wissen stünden diesem Unternehmen auch hohe Kosten im Weg, die sich eventuell im Rahmen einer großen internationalen Kollaboration verringern ließen. Noch ist dieses futuristische Konzept nicht praktikabel, könnte sich aber eines Tages als mögliche Alternative präsentieren. Vorher wären jedoch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchzuführen.

Ein Nachteil des Tiefbohrverfahrens wäre wahrscheinlich, dass niemand dann noch Zugriff auf den Atommüll hätte. Sollten künftige Generationen eine bessere Entsorgungsalternative entwickeln, hätten sie keine Chance mehr, den Müll zu bergen.

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