Die Idee hinter der Transmutation

Transmutation bedeutet Umwandlung von Elementen. Mit Hilfe von Transmutation hoffen Kernphysiker, das Atommüllproblem massiv entschärfen zu können. Die Idee hinter der Transmutation ist im Prinzip einfach. Wenn es gelingt, die langlebigen Radionuklide in kurzlebige umzuwandeln, dann muss man Atommüll nicht mehr für Jahrhunderttausende oder länger lagern. Man müsste ihn nur noch für einige hundert oder wenige tausend Jahre verwahren, bis er seine enorme Gefährlichkeit verloren hat.

Durch Transmutation könnte man die notwendige Lagerdauer von Atommüll auf überschaubare Zeiträume reduzieren. (Bild: D. Eidemüller, Das nukleare Zeitalter, © 2012 S.Hirzel Verlag Stuttgart)

Man benötigt also ein Verfahren, das aus zwei Schritten besteht. Zunächst muss man den langlebigen Teil des Atommülls abtrennen (Partitioning). Diesen beschießt man dann mit hochenergetischen Teilchen oder Neutronen und zerlegt ihn in kurzlebigere Einzelteile (Transmutation). Auf diese Weise verringert sich der Anteil an langlebigen Radionukliden immer weiter. Wenn sowohl die Trennung kurz- und langlebiger Radionuklide als auch die Transmutation mit sehr hohem Wirkungsgrad funktionieren, kann dieses Verfahren den größten Teil der dauerhaft gefährlichen Radionuklide beseitigen.

Man plant auf dem heutigen Stand der Technik spezielle Transmutationsreaktoren, die aus Sicherheitsgründen eine externe Neutronenquelle, etwa einen Teilchenbeschleuniger, benötigen. Ohne diese müssten sie in einem gefährlich instabilen Zustand betrieben werden. Im belgischen Mol entsteht derzeit eine Anlage, um die Gangbarkeit der Transmutation in großem Maßstab zu erforschen.

Es wäre natürlich wünschenswert, mit Hilfe von Partitioning und Transmutation den Atommüll vergleichsweise kurzlebig zu machen. Denn für einen Zeitraum von einigen hundert bis tausend Jahren könnten wir den Atommüll sicher kennzeichnen und in Gestein einschließen. Einige der gravierendsten ethischen Probleme wären damit entschärft. Noch ist Transmutation aber ein Forschungsprojekt mit offenem Ausgang und bedeutenden physikalisch-technischen Schwierigkeiten.

Bookmark the permalink.

Comments are closed.